Inhalative Sedierung

Schmerz-Scores


Thema: Analgosedierung

 
Prof. Dr. med. Jörg Rathgeber

Jörg Rathgeber

Prof. Dr. med., Hamburg

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Schmerzen erfassen

Die objektive Erfassung von Schmerzen bei kritisch kranken und intubierten Patienten ist schwierig. Dementsprechend dürftig sind Daten aus evidenz-basierten Untersuchungen. Die folgenden Empfehlungen zur Beurteilung von Schmerzzuständen bei Intensivpatienten beruhen daher auf Erhebungen, die bei wachen und ausreichend kooperativen Patienten, wie z.B. chronisch kranken oder postoperativen Patienten erhoben wurden.

Trotz der eingeschränkten Validität von Schmerzscores bei Intensivpatienten ist eine systematische und kontinuierliche Erfassung und Dokumentation von Schmerzsymptomen notwendig.

Schmerzen objektiviert erfassen

Der zuverlässigste Parameter zur Beurteilung des Schmerzes sind die Angaben des Patienten. Bei wachen und kooperativen Patienten sollten Lokalisation, Charakteristik und Intensität abgefragt werden. Zur Erfassung der Schmerzintensität ist die visuelle Analogskala (VAS) validiert – allerdings nicht bei Intensivpatienten - und am weitesten verbreitet. Hierbei muss der Patient die Intensität des Schmerzes auf einer 10 cm langen Skala eintragen, die von "kein Schmerz" bis "stärkster Schmerz" reicht.

Alternativ kann die Schmerz-Intensität auch durch die Wahl einer Zahl zwischen 0 (kein Schmerz) und 10 (stärkster Schmerz) quantifiziert werden (Numeric Rating Scale, NRS).

Aus praktischen Gründen ist bei Intensivpatienten oftmals die Quantifizierung der Schmerzintensität anhand von Piktogramm-Tafeln einfacher durchführbar.

Bild: Die Numeric rating scale
Die Numeric Rating Scale

Bei tief sedierten oder nicht kooperativen Patienten sind visuelle Analogskalen zur Schmerzquantifizierung ungeeignet.

Versuche, unspezifische Parameter wie Körperhaltung, Mimik, motorische Unruhe, Atemfrequenz und Herzkreislaufreaktionen als Ausdruck der Schmerzintensität zu erfassen und anhand modifizierter Schmerzscores zu bewerten, haben sich in der Praxis als nur begrenzt valide erwiesen.

Behaviour Pain Scale (BPS)

Am ehesten für die klinische Praxis geeignet scheint die Behavioral Pain Scale (BPS) zu sein. Trotz aller Einschränkungen kann die Beobachtung dieser klinischen Parameter – vor allem nach der Gabe eines Analgetikums - wertvolle Hinweise auf das Vorhandensein von Schmerzen und ihre Intensität liefern.

Tab. Quantifizierung des Schmerzes nach der Behavioral Pain Scale

PunkteItemBeschreibung
1Gesichtsausdruckentspannt
2teilweise angespannt
3stark angespannt
4grimassieren
1Obere Extremitätkeine Bewegung
2teilweise Bewegung
3anziehen mit Bewegung der Finger
4ständiges Anziehen
1Adaptation an das BeatmungsgerätToleranz
2seltenes Husten
3kämpfen mit dem Ventilator
4kontrollierte Beatmung nicht möglich

Hilfreich können auch die Beobachtungen von Angehörigen sein: so konnte gezeigt werden, dass sie mit hoher Übereinstimmung beurteilen konnten, ob ihr kritisch kranker Verwandter Schmerzen hatte oder nicht (73,5%). Die Schmerzintensität wurde dagegen weniger häufig korrekt abgeschätzt (53%).

Aus dem Inhalt


Heutige Sedierungsregimes

Trotz der allgemein akzeptierten Notwendigkeit einer adäquaten Analgosedierung besteht derzeit weder bei den Intensivmedizinern noch beim Pflegepersonal ein breiter Konsens, wie und mit welchen…

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Was sind die Vorteile?

Die Vorteile der inhalativen Sedierung auf einer Seite für Sie zusammengestellt.

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Ist die Sedierung mit VA ein neues Verfahren?

Trotz aller Vorzüge werden volatile Anästhetika derzeit in der klinischen Routine auf der Intensivstation nur selten eingesetzt. Gründe hierfür liegen in der technisch schwierigen Applikation und Elimination von Narkosegasen…

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Vorteile im Überblick

Volatile Anästhetika besitzen extrem kurze kontextsensitive Halbwertszeiten.

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Was ist das?

Bei beatmeten Patienten in der Intensivmedizin ist eine adäquate Analgosedierung somit nicht nur ein Gebot der Menschlichkeit, sondern auch eine medizinische Notwendigkeit.

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Kontraindikationen?

Die maligne Hyperthermie (MH) ist eine sehr seltene, lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung, die in der…

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Schnellere Aufwachzeiten

Denn volatile Anästhetika verfügen im Vergleich zu den bekannten intravenösen Sedativa über eine extrem kurze kontext-sensitive Halbwertszeit…

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Monitoring der Sedierungstiefe

Ein entscheidender Vorteil gegenüber der Verwendung von intravenösen Substanzen besteht in der Möglichkeit einer kontinuierlichen Abschätzung der aktuellen Sedierungstiefe.

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